Biologische Vielfalt

Biologische Vielfalt

Infografik Nr. 126520

 Mit einer Nationalen Strategie will Deutschland die Artenvielfalt und die Landschaftsqualität innerhalb seiner Grenzen erhalten und verbessern. Bis 2030 sollen wichtige Ziele erreicht werden. Verfolgen Sie anhand des "Vogelindex" den drastischen Rückgang der Artenvielfalt in den vergangenen Jahrzehnten! Wird es gelingen, diese Entwicklung wenigstens teilweise rückgängig zu machen?

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Eines der drei Übereinkommen, die auf dem „Erdgipfel“ von Rio 1992 verabschiedet wurden, setzt sich die Erhaltung der biologischen Vielfalt zum Ziel. Wie das Klima verändert sich auch die „Biodiversität“ unter dem Zugriff der wachsenden Menschheit: Die Bestandsgrößen und die Verbreitungsgebiete von Tier- und

Pflanzenarten schrumpfen, viele sind vom Aussterben bedroht; natürliche Lebensräume werden beschnitten, zerteilt und ihrer Eigenart beraubt; die genetische Vielfalt der landwirtschaftlich genutzten Pflanzen und Tiere geht zurück. Und wie der Klimawandel wirkt auch der Rückgang der biologischen Vielfalt auf die Menschen zurück. Er gefährdet auf lange Sicht die Gewinnung von Nahrungsmitteln, natürlichen Fasern oder frischem Wasser und schwächt die Funktion von Ökosystemen z.B. beim Ausfiltern von Schadstoffen oder beim Schutz vor Naturkatastrophen. 2002 verpflichteten sich die Vertragsstaaten des Übereinkommens deshalb, den anhaltenden Verlust an biologischer Vielfalt bis 2010 deutlich zu verringern. Erreicht wurde dieses Ziel jedoch nicht. Begrenzten Erfolgen in Teilbereichen standen sogar massive Verschlechterungen auf anderen Gebieten gegenüber. Bei dem hochgesteckten Ziel, den ungehemmten Raubbau an der Natur durch nachhaltige Nutzung abzulösen, waren kaum Fortschritte zu verzeichnen.

Die deutsche Regierung beschloss 2007 eine Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt. Diese wurde 2024 fortentwickelt und um einen Aktionsplan für die Jahre bis 2027 ergänzt. Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie gilt der Artenvielfalt und der Landschaftsqualität. Sie zu erhalten oder zu verbessern, soll durch nachhaltige Landnutzung, eine geringere Belastung der Ökosysteme und einen schonenden Umgang mit der Natur erreicht werden. Als zusammenfassender Indikator für den Zustand von Natur und Landschaft in Deutschland dient der sogenannte Vogelindex: In ihm spiegelt sich die Veränderung der Bestandsgrößen von rund 50 ausgewählten Brutvogelarten aus den wichtigsten Lebensraumtypen (darunter Agrarland, Siedlungen, Wälder, Binnengewässer). Nachdem ein für das Jahr 2015 festgelegter Zielwert für die spezifischen Vogelarten nicht erreicht werden konnte, wurde die Erfüllung des Ziels auf 2030 verschoben. Damit die Brutvogelbestände den angestrebten Indikatorwert von 100 bis 2030 erreichen, müssten die bestehenden Gesetze und Strategien zum Schutz der biologischen Vielfalt und für mehr Nachhaltigkeit allerdings konsequent umgesetzt werden. 2023 erreichte der Gesamtindikator einen Wert von 80. Während bei den Teilindikatoren für Siedlungen und Wälder eine leicht positive Entwicklung zu verzeichnen war, lag der Teilindikator für das Agrarland mit dem Wert 77 noch weiter vom Zielwert entfernt. Der dramatische Rückgang der Indikatorwerte bis 2010 wurde seitdem lediglich abgebremst.

Ausgabe: 01/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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