Ohne Hauptschulabschluss

Ohne Hauptschulabschluss

Infografik Nr. 515225

 Jahr für Jahr gehen in Deutschland viele Tausend Schüler nach dem Ende der Vollzeitschulpflicht von den allgemeinbildenden Schulen ab, ohne wenigstens einen Hauptschulabschluss erworben zu haben. Aber es gibt Unterschiede nach Herkunft und Geschlecht. Die Entwicklung seit 2001 zusammengefasst in diesem ZAHLENBILD!

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Jahr für Jahr gehen in Deutschland viele Tausend Schüler nach dem Ende der Vollzeitschulpflicht von den allgemeinbildenden Schulen ab, ohne wenigstens einen Hauptschulabschluss erworben zu haben. Zwar bietet sich auch später noch Gelegenheit, den fehlenden Schulabschluss nachzuholen, doch steht ein beachtlicher Teil der Jugendlichen an der Schwelle zum Erwerbsleben mit leeren Händen da – fast ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz und mit geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Oft wird der Weg in eine selbst gewählte, von staatlichen Transferleistungen unabhängige Existenz so schon früh blockiert.

Kurz nach der Jahrtausendwende, 2001, blieben rund 88 800 Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss; damit hatte fest jeder zehnte Schulabgänger dieses Jahrgangs (9,6%) das Minimalziel nicht geschafft. Danach ging die Zahl der erfolglosen Schulabgänger zwar lange zurück und erreichte 2013 den bis dahin niedrigsten Wert. In den folgenden Jahren war – mit Ausnahme der Jahre der Corona-Pandemie – aber wieder ein Anstieg zu beobachten, wobei der Anteil ausländischer Schüler ab 2017 nach und nach zunahm. 2024 wurden rund 62 000 Schüler (7,8 % aller Absolventen) nach neunjährigem Schulbesuch ohne Abschluss entlassen. Worauf der Rückgang 2021/22 zurückzuführen war, lässt sich nicht zweifelsfrei klären: Ausnahmeregelungen der Länder könnten eine Rolle spielen, aber auch der vorzeitige Abgang von Schülern, die sich ohnehin keine Chance ausrechneten.

Dass Mädchen in der Schule oft besser abschneiden als Jungen, ist eine bekannte Tatsache. Sie bestätigt sich auch im Hinblick auf die Abgänger mit „unvollständiger“ Schullaufbahn. Unter den Schulabgängern des Jahres 2024 blieben 6,3% der Mädchen, aber 9,2% der Jungen ohne Abschluss. Auf ungelöste Probleme der Integration deutet die hohe Misserfolgsquote der ausländischen Schüler hin. So verließ 2024 fast ein Fünftel (19,9%) der ausländischen Absolventen die Schule ohne Erstabschluss. Dabei scheiterten 16,3% der Mädchen und sogar 23,1% der Jungen. Inwieweit es sich bei ihnen um Jugendliche handelte, die erst in jüngster Zeit und ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland kamen, lässt sich nicht beziffern.

Neben den Unterschieden nach Herkunft und Geschlecht lässt die Statistik auch beträchtliche regionale Disparitäten erkennen. So lag der Anteil der Absolventen ohne Hauptschulabschluss in einigen Bundesländern zum Teil weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Am niedrigsten war die Quote in Hessen und Bayern (jeweils 5,9%), am höchsten in Sachsen-Anhalt (13,9%), Thüringen (10,3%) und Schleswig- Holstein (10,1%). 

Ausgabe: 04/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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